HowTo: C# 3.0 – "var" Keyword und andere kleine C# 3.0 Features verstehen

Mit .NET 3.5 kam auch C# 3.0 (und die entsprechende VB Variante, die hier aber nicht behandelt wird) ans Licht der Welt. Für die Entwicklung von .NET 3.5 Applikationen ist Visual Studio 2008 Pflicht – die Express Variante kann man sich kostenlos bei Microsoft runterladen.

In diesem HowTo geht es um das neue Keyword “var“, andere Featues wie Lamda Expressions, LINQ, Partielle Methoden werden später bestimmt ebenfalls noch Themen werden.

Für einen gute Komplettübersicht empfehle ich das C# 3.0 Language Enhancements Hands on Lab.

Was ist “var”?

Mittels “var” ist es möglich einem Object einen anonymen Typ zuzuweisen. Dabei weist der Compiler dann eine entsprechende Klasse oder eine anonyme Klasse zu. Trotz dessen, ist das Object immernoch typisiert. Am besten sieht man dies an einem kleinen Beispiel:

 var IntVar = 15;
 var StringVar = "Hello";
 var ComplexVar = new DateTime();

“IntVar” wird automatisch zum Typ “int”, “StringVar” zu “string” und “ComplexVar” zu “DateTime”. Beweis:

image

Ein einmal zugewiesener Typ, kann nur durch Casting oder Ähnliches in einen anderen Typ konvertiert werden – also wie früher:

var IntVar = 15;
IntVar = 13.5;

Dies bringt folgenden Fehler beim Kompilieren:

image

Wofür braucht man “var” dann?

Wenn man am Ende trotzdem nur einmal den Typ festlegen kann, wozu sollte ich dann überhaupt “var” schreiben, wenn ich gleich “string” etc. hinschreiben könnte?
Folgender Sachen sind mit “var” möglich und daher in diesen Fällen auch interessant:

  • 1. In Zusammenhang mit LINQ kann man sich sein “Result” Typ so zusammenbauen, wie man ihn braucht, ohne das er vorher existierte.
  • 2. Man kann einen komplexes Objekt “on-the-fly” erstellen.

Eine Sache sollte natürlich klar sein: “var” sollte nur dort Verwendung finden, wo es sinnvoll ist – wenn der Typ ohnehin bekannt und da ist, braucht man es schonmal nicht.

Das Demoprojekt – ein Konsolenprogramm zum Testen der neuen Features

Nachfolgend müssen wir einige Sachen vorbereiten, um am Ende das “var” Keyword sinnvoll zu gebrauchen.

Als erstes brauchen wir mal eine kleine Klasse, damit wir etwas experimentieren können:

    public class Product
    {
        public string Name { get; set; }
        public int Id { get; set; }
    }

C# 3.0 Neuerung hierbei: Das Feature mit “get; set;” ist ebenfalls neu in C# 3.0. Damit entfällt das etwas lästige “private string blub; public string Blub {…}” –

Danach legen wir in “Main” ein neues Produkt an:

Product MyProduct = new Product { Name = "Auto", Id = 123 };

C# 3.0 Neuerung hierbei: Ebenfalls neues Feature und wird in Visual Studio 2008 auch über die IntelliSense angezeigt:

image 

Und auch eine Liste an Produkten wird angelegt:

List<Product> MyProductList = new List<Product>
            {
                new Product { Name = "Brett", Id = 1 },
                new Product { Name = "Bett", Id = 2 },
                new Product { Name = "Pfanne", Id = 3 }
            };

C# 3.0 Neuerung hierbei: Auch Listen oder Arrays können so angelegt werden. Alles natürlich mit IntelliSense.

Dann legen wir noch 2 andere Objekte an:

var MyVarString = "Something...";
var MyVarInt = 13;

C# 3.0 Neuerung hierbei: Wie bereits oben geschrieben – das “var” Keyword.

Das “var” Keyword benutzen, um einen komplexen anonymen Typ zu erstellen

            var MyVarComplex = new {
                                    Product = new Product { Name = "Kette", Id = 33},
                                    AnotherProduct = MyProduct,
                                    SimilarProducts = MyProductList,
                                    Information = "This is an additional information.",
                                    SpecialId = MyVarInt,
                                    SpecialString = MyVarString
                                };

 

“MyVarComplex” ist nun unser komplexer, anonymer Typ, welchen wir on-the-fly über das “var” Keyword erstellen:

Über “new { … }” legt man einen solchen anonymen Typ an. “AnotherProduct” ist z.B. eines unserer Attribute des anonymen Typs und wird mit “MyProduct” befüllt.

image

Besonders interessant: “MyVarComplex” wird als “Anonymous Type” angegeben.

Natürlich bietet Visual Studio volle IntelliSense Unterstützung:

image 

Was haben wir jetzt davon?

Manchmal benötigt man Daten in einer speziellen Form, von verschiedenen Objekten – bis jetzt musst man entweder über unschönen Notlösungen mit “object” oder halt das erstellen einer entsprechenden Klasse sowas lösen. Mit “var” ist es jedoch sehr einfach, einen entsprechenden Objektbaum schnell zu erstellen.
Zusammen mit den anderen C# 3.0 Features die hier vorgestellt wurden, aber auch LINQ und co., ist das ein großer Schritt nach vorn.

Hier der gesamte Source Code:

using System;
using System.Collections.Generic;
using System.Linq;
using System.Text;

namespace CSharp3
{
    class Program
    {
        static void Main(string[] args)
        {
            Product MyProduct = new Product { Name = "Auto", Id = 123  };

            List<Product> MyProductList = new List<Product>
            {
                new Product { Name = "Brett", Id = 1 },
                new Product { Name = "Bett", Id = 2 },
                new Product { Name = "Pfanne", Id = 3 }
            };

            var MyVarString = "Something...";
            var MyVarInt = 13;

            var MyVarComplex = new {
                                    Product = new Product { Name = "Kette", Id = 33},
                                    AnotherProduct = MyProduct,
                                    SimilarProducts = MyProductList,
                                    Information = "This is an additional information.",
                                    SpecialId = MyVarInt,
                                    SpecialString = MyVarString
                                };

            Console.ReadLine();
        }
    }

    public class Product
    {
        public string Name { get; set; }
        public int Id { get; set; }
    }
}

Als Download:

[ Download Democode ]

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About the author

Written by Robert Mühsig

Robert Mühsig (@robert0muehsig) ist Webentwickler und beschäftigt sich mit Web-Frameworks (vor allem dem ASP.NET MVC Framework) und scheut sich auch nicht vor Javascript. Ansonsten bloggt er über all jene Probleme, die ihm über den Weg laufen. Seit 2008 ist er Microsoft MVP für ASP.NET und er arbeitet bei der T-Systems Multimedia Solutions GmbH in Dresden. Treffen kann man ihn online via Twitter (@robert0muehsig) oder dieser Seite oder bei der .NET User Group Dresden.

3 Responses

  1. Hallo Robert,

    danke für den Artikel. Ich bin noch fleißig am c# lernen. Das der anonyme Datentyp praktischer sein kann, als eine Klasse oder ein object, das kann ich nachvollziehen.
    Aber wo genau liegt der Vorteil gegenüber einem struct?

    Ein struct untersützt doch auch Intellisense und kann “on-the-fly” erzeugt werden, oder irre ich mich da?

    Viele Grüße,
    Raffi

    Reply

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